Franchisenehmer werden

Franchise-Interessenten sollten sich stets umfassend informieren. Das fängt bei der Frage an: „Bin ich ein Franchisenehmer-Typ?“. Wer diese Frage mit einem klaren „Ja“ beantwortet, kann den Weg zum Franchisenehmer engagiert weitergehen.

Nun steht die Wahl eines passenden Franchisesystems auf der Agenda. Doch wie die Spreu vom Weizen trennen? Bei knapp 1.000 Franchisesystemen in Deutschland fällt es schwer hier den Überblick zu behalten. An dieser Stelle kommt der Systemfinder Deutschen Franchiseverbands ins Spiel. Er ist ein hilfreiches Auswahlkriterium für die in Deutschland aktiven Qualitätssysteme. Denn alle Vollmitglieder werden vor Ihrer Aufnahme hinsichtlich ihrer Professionalität, Seriosität und Fairness überprüft.

Rechte und Pflichten eines Franchisenehmers

Franchisenehmer haben das Recht auf:

  • den Erhalt eines erprobten Systems mit positivem Image und klaren Wettbewerbsvorteilen.
  • den Erhalt des Systemhandbuches durch den Franchisegeber. Das Handbuch beinhaltet das Know-how und alle Informationen, die zur Betriebsführung notwendig sind.
  • umfassende Betreuung und qualifizierte Beratung durch den Franchisegeber.
  • langfristige Aus- und Fortbildung.
  • Werbung und verkaufsfördernde Maßnahmen.

Franchisenehmer haben die Pflicht:

  • die im Handbuch festgeschriebenen Grundsätze des Systems einzuhalten.
  • mit dem Systembetreuer zusammenzuarbeiten.
  • Seminare und Fortbildungskurse zu besuchen.
  • regionale Werbung und verkaufsfördernde Maßnahmen durchzuführen.
  • die Franchisegebühren zu zahlen.
  • den Franchisegeber über die Entwicklungen des Unternehmens zu informieren.
  • die Markenidentität zu fördern und reinzuhalten.

 

 

Wie der Franchisegeber unterstützt

Von Anfang an erhalten Franchisenehmer auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit Unterstützung vom Franchisegeber. Dieser hilft mit vielen Leistungen und Services, den Erfolg des Franchisenehmers zu fördern. Auch nach erfolgreicher Gründung wird der Franchisenehmer laufend von der Systemzentrale unterstützt.  

Leistungen, die Franchisesysteme üblicherweise anbieten:

Standortsuche

Der Franchisegeber unterstützt den Franchisenehmer bei der Suche nach einem geeigneten Standort, der für Image und Umsatz von Bedeutung ist. Die Standorthilfe durch den Franchisegeber ist oftmals eine Standardleistung, die vertraglich festgelegt ist und in der Regel mit der Eintrittsgebühr abgegolten wird.

Einrichtungs- und Starthilfe bei der Geschäftseröffnung

Das Einrichtungskonzept wird häufig vom Franchisegeber gestellt, der die Einhaltung auch überwacht. Die einheitliche Ausstattung der Betriebe ist für das Markenbild des Systems von größter Bedeutung, da sie maßgeblich den Wiedererkennungswert beim Kunden fördert.

Günstige Einkaufskonditionen

Der Franchisegeber kann aufgrund seiner Marktstellung günstige Großkundenkonditionen mit Lieferanten aushandeln. Dies gilt auch für den, dem jeweiligen System angeschlossenen, Franchisenehmer. Manche Systeme bieten auch ein Warenwirtschaftssystem an.

Werbung

Werbung zielt auf die Vermarktung des Produkts bzw. der Dienstleistung des Systems ab und steigert seinen Bekanntheitsgrad. Die Entwicklung des Werbekonzepts, der einzusetzenden Werbemittel sowie der überregionalen Medienwerbung, die den einheitlichen Auftritt des Systems am Markt stärken, übernimmt der Franchisegeber. Die für diese Leistung vom Franchisenehmer zu zahlende Werbegebühr ist in der Regel im Franchisevertrag festgeschrieben. Die Werbegebühr wird vom Franchisesystem treuhänderisch in einem Werbefonds verwaltet. Die regionale Werbung übernimmt der Franchisenehmer meistens selbst und setzt das bestehende Konzept vor Ort um.

Schulung und Betreuung

Die umfassende Schulung des Franchisenehmers beginnt meist vor Vertragsunterzeichnung, wenn der angehende Franchisenehmer mit dem System vertraut gemacht wird. Diese Anfangsschulungen gewährleisten den erfolgreichen geschäftlichen Einstieg. Viele Systeme haben eigene Schulungszentren, in denen die Partner weitergebildet werden. Im weiteren Verlauf der Partnerschaft tragen regelmäßige Fortbildungen zum dauerhaften Erfolg des Franchisenehmers bei.

IT-System

Viele Systeme verfügen über ein speziell auf das Franchise-System zugeschnittenes IT-System, das dem Franchisenehmer zur Verfügung gestellt wird. Dies ermöglicht eine systemspezifische Aufgabenbearbeitung und erleichtert dem Franchisenehmer die Bewältigung seiner Aufgaben in Organisation, Rechnungswesen, Controlling und anderen Bereichen.

Finanzierungshilfe

In der Regel legt der Franchisegeber dem Franchisenehmer als Kalkulationsgrundlage seine Finanzierungs-, Liquiditäts- und Rentabilitätsplanung vor. Diese Unterlagen dienen auch zum Nachweis der Förderungswürdigkeit des Konzepts als Vorlage bei der Bank. Zu den weiteren Finanzierungsangeboten, die der Franchisegeber bieten kann, gehören Darlehen, Mietzuschüsse, Lieferanten-/Warenkredite und die Staffelung der Eintritts- bzw. der laufenden Gebühr.

Versicherungsmöglichkeit

Einige Systeme haben zugunsten ihrer Franchisenehmer Existenzversicherungs- oder Selbsthilfevereine eingerichtet, die ihre schuldlos in Not geratenen Mitglieder temporär absichern (z.B. bei Krankheit oder schweren Verkehrsunfällen).

 

 

Was Franchise-Interessenten den Franchisegeber fragen sollten

Wer ein System in die engere Wahl genommen hat, sollte das ausführliche Gespräch mit dem Franchisegeber suchen. Die wichtigsten Fragen für so ein Gespräch betreffen unter anderem das Zahlenwerk, das Franchisepaket mit seinen Leistungen, den Standort, die Finanzierung sowie den Franchisevertrag. Der Deutsche Franchiseverband legt Franchisegründern einen  praxistauglichen Fragebogen ans Herz:

1. Welche Vorteile / Stärken hat das System im Markt, im Verkauf und Einkauf?

2. Stimmt das Zahlenwerk?

3. Situation des Franchisegebers?

4. Ist das Franchise-Paket "hieb- und stichfest"?

5. Standort und Finanzierung?

6. Weitere wichtige Vertragspunkte

Alle Fragen stehen auch in der Franchisenehmer-Checkliste des Deutschen Franchiseverbands zur Verfügung. >> Download